Das Buchenhofprojekt

1.        Darstellung des Projektes

 

Seit dem Jahr 2006 besteht zwischen der Seniorenwohnanlage Buchenhof  und der Hauptschule im Schulzentrum Lohfeld in Bad Salzuflen eine enge Kooperation. Schüler der 10. Klassen haben im Rahmen des Religionsunterrichtes die Möglichkeit, über den Zeitraum eines Schuljahres jeden Donnerstagnachmittag einen Bewohner des Buchenhofes zu betreuen. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass dieses Projekt nicht an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession oder Religion gebunden ist. Es steht Schülerinnen und Schülern aller Glaubensrichtungen offen. Unterstützt wird dieses Projekt durch die Mitarbeiter der Ergotherapie des Buchenhofes.

Durch intensive vorausgehende Gespräche wird versucht,  für jeden Schüler einen  "passenden" Bewohner zu finden, denn es ist sehr wichtig, dass Schüler und Bewohner gut zusammen harmonieren und eventuell auch Interessen teilen.

Da sich das Projekt im Seniorenwohnheim und in der Schule großer Beliebtheit erfreut, wird es derzeit weiter ausgebaut. Die Schüler können bereits in den Klassen 5-9 erste Kontakte zum Buchenhof knüpfen, z.B. durch Berufsfindungstage, Praktika in den verschiedenen Bereichen der Einrichtung, kleine Aufführungen in den Wohnbereichen oder die Mitgestaltung von Festen und Feiern.

 

 

2.        Vorbereitung des Projektes

 

Die Schüler werden bereits im Vorfeld auf das Zusammentreffen mit den Bewohnern vorbereitet. Bereits zum Ende des 9. Schuljahres besuchen die potenziellen Teilnehmer des Projektes im kommenden  Schuljahr den Buchenhof und führen Gespräche mit den Ergotherapeuten.

Es findet ein Rollstuhltraining statt, und die Schüler erhalten gezielte Informationen zu bestimmten Krankheitsbildern( Altersdemenz, Diabetes etc.) Weiterhin erfahren sie Einzelheiten über den Buchenhof und werden mit der Tagesrhythmisierung vertraut gemacht.

Das Thema "Umgang mit dem Tod" ist ein weiterer Schwerpunkt der Vorbereitung des Projektes in der Klasse 9. Hier soll im kommenden Schuljahr auch ein Informationsgespräch mit einem Bestatter stattfinden, denn die Schülerinnen und Schüler werden in der Regel mehrfach in einem Schuljahr mit dem Thema "Tod" in Berührung kommen.

Innerhalb der Schule werden die Schüler in Gesprächsführung geschult, denn sie müssen in der Lage sein, von sich aus ein Gespräch mit einem älteren Menschen zu beginnen und durchzuführen.

 

 

3.        Aufgaben der Schüler im Projekt

 

Jeder Schüler hat für die Dauer eines Schuljahres die Aufgabe, jeden Donnerstagnachmittag einen Bewohner zu betreuen. Dabei stellt sich der Schüler auf den Bewohner und seine Vorstellungen und Wünsche ein. Die Schüler führen z. B. Gespräche, unternehmen Spaziergänge, begleiten zu Einkäufen oder Veranstaltungen, lesen vor, schreiben Briefe für die zu betreuende Person, spielen Gesellschaftsspiele, basteln oder hören einfach nur zu. Es ist erfreulicherweise festzustellen, dass die Schüler sich nicht verabschieden, wenn die eigentliche Unterrichtszeit abgelaufen ist, sondern bereit sind auch länger zu bleiben, wenn die Situation sich entsprechend darstellt.

Bevor die Schüler am Donnerstag zu ihrem Bewohner gehen, findet

immer ein Treffen mit der betreuenden Lehrkraft und den Mitarbeitern

der Ergotherapie statt, um besondere Situationen zu besprechen und

über spezielle Wünsche bereits im Vorhinein informiert zu sein.

Auch die Themen Krankheit und Tod  werden hier verständlicherweise

häufig behandelt.

 

 

4.        Bewertung der Schüler

 

Die Schüler bekommen im Buchenhofprojekt eine Zensur im Fach "Religionslehre". Weiterhin erhalten sie vom Buchenhof ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an diesem Projekt. Dieses Zertifikat sollten die Schüler zu ihren Unterlagen nehmen.

Natürlich sind die Leistungen der Schüler nicht unbedingt vergleichbar, da die Anforderungen höchst unterschiedlich sind. So haben einzelne Projektteilnehmer demente Bewohner zu betreuen oder Menschen, die z.B. bedingt durch einen Schlaganfall nicht mehr oder kaum noch sprechen können. Die Anforderungen an diese Schüler sind natürlich besonders hoch.

Ausschlaggebend für die Zensierung ist daher die zuverlässige Teilnahme am Projekt, Problembewusstsein und das Einbringen eigener Ideen und Kreativität im Umgang mit dem Bewohner, Des Weiteren erstellen die Projektteilnehmer ein Tagebuch, in welchem die Erfahrungen und Erlebnisse mit der zu betreuenden Person aufgeschrieben werden. Auch dieses Tagebuch wird zur Zensurenfindung herangezogen.

 

 

5.        Schlussbemerkung

 

Alle Schülerinnen und Schüler, die bisher am Buchenhofprojekt teilgenommen haben, berichten übereinstimmend, dass sie in diesem Jahr an Reife und Erfahrung dazu gewonnen haben. Sie empfinden es als höchst befriedigend,   einem alten Menschen etwas Lebensfreude geben zu können.

Beide Seiten, Jung und Alt, gewinnen in diesem Jahr. Das Projekt stellt natürlich besondere Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler und ist vom zeitlichen Aufwand her  nicht mit den beiden zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden durchzuführen. Es ist aber schön zu beobachten, dass einige Schüler sogar in der Freizeit herkommen, zu Festen einen Besuch im Buchenhof machen und auch nach Ablauf des 10. Schuljahres den Kontakt zu ihrem Bewohner halten.